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Schluckauf

Hiccups

Was ist mit dem Schluckauf?

Behandeln oder nicht behandeln?

Wie viele Eltern machen sich Sorgen, dass ihr Baby so oft Schluckauf hat? Aber hatte es ihn nicht schon vorher, noch im Bauch der Mama?

Hatte es, nur wusste nicht jede Mama, dass das Schluckauf ist, und der Papa hatte keine Chance, ihn zu erleben, es sei denn, er legte die Hand auf den Bauch.

Schluckauf tritt mehrmals am Tag auf. Am häufigsten beim Wickeln oder Ausziehen des Kindes, daher die Vermutung, dass Schluckauf auftritt, wenn dem Kind kalt ist.

Wie ist es möglich, dass euer Baby schon im Bauch der Mama Schluckauf hatte?

Kalt war ihm dort doch nicht. Im Mutterleib ist der durch eine Zwerchfellkontraktion verursachte Schluckauf ein Atemtraining.

Nach der Geburt des Kindes ist er weiterhin eine Zwerchfellkontraktion, aber die Umgebungstemperatur hat damit nichts zu tun.

Das Zwerchfell ist ein Muskel, der den Brustkorb von der Bauchhöhle trennt. Beim Einatmen zieht es sich zusammen und senkt sich. Beim Ausatmen entspannt sich das Zwerchfell und hebt sich nach oben. Die Arbeit des Zwerchfells wird vom Zwerchfellnerv gesteuert, der im Bereich des Halses beginnt und dessen Verzweigungen bis zur Leber, zum Brustfell, zur Gallenblase und zum Herzbeutel reichen. Wird eine der Endigungen des Zwerchfellnervs gereizt, beginnt sich das Zwerchfell stark, unregelmäßig und krampfartig zu bewegen – und das Symptom davon ist eben der Schluckauf. Das Geräusch, oft sehr laut, zusammen mit einem plötzlichen Zucken des ganzen Körpers, ist die Folge des plötzlichen Schließens der Stimmritze, also eines der Kehlkopfknorpel.

Mit Schluckauf könnt ihr auch rechnen, wenn das Baby gierig, schnell trinkt, bis es sich verschluckt, und auch wenn es sich überisst. Ja, ja, auch an der Brust kann man überfüttern. Es geht nicht um die Art der Nahrungsgabe, sondern um die Menge. Wenn das Kind beim Essen kein Maß kennt, sehr häufig nach der Brust verlangt und mehr isst, als es braucht, kann das Kind überfüttert werden, und daher kommen häufiger Schluckauf und Spucken, deshalb könnt ihr Schluckauf oft nach dem Spucken beobachten. Bei Flaschenkindern sollte man prüfen, ob das Loch im Sauger dem Alter des Kindes angepasst ist.

Schluckauf kann auch ein Symptom des gastroösophagealen Refluxes sein, aber bei Babys kommt ein krankhafter Reflux selten vor.

Schluckauf beim Neugeborenen ist u. a. ein Zeichen der Unreife des Nervensystems, und wenn er mehrmals am Tag auftritt, kann er auf eine Überlastung dieses Systems hinweisen. Was bedeutet das? In der Praxis bedeutet das, dass euer Baby zu viele Reize hat. Es ist zu laut, zu bunt, zu viele Gäste. Ein Neugeborenes und ein kleines Baby brauchen Ruhe. Sein Nervensystem ist ohnehin überladen, weil es in dieser äußeren Welt außerhalb der Mama viel bewältigen muss. Wenn wir dem Kind bewusst oder unbewusst zu viele Eindrücke liefern, kann es mit Schluckauf reagieren. Der Körper des Kindes wehrt sich, wie er kann. Wenn euer Baby ständig gereizt, weinerlich und unruhig ist, überlegt, ob um es herum nicht zu viel los ist. Ein Fernseher oder Radio, das tagelang laut läuft, ältere Geschwister, Lesenlernen von den ersten Lebenstagen an, ein Mobile über dem Bettchen. Schalte aus diesem Repertoire aus, was du kannst, die Geschwister gehen nicht, der Rest kann weg.

Großmütter sagten: „Puste auf die Fontanelle“ oder „Gib ihm zu trinken“ – hilft das bei euch? Wenn ja, dann eher Zufall als Regel. Schluckauf erfordert keine Behandlung, kein Retten des Kindes. Meist stört er nicht einmal das Kind, eher die Eltern.