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Achtung! Hand im Mund!

Heads Up! Hands in the Mouth!

Achtung! Hand im Mund!

Daumenlutschen und das Schlucken von Fruchtwasser lassen sich im Ultraschall schon ab der 11. Schwangerschaftswoche beobachten.

Der Saugreflex und der Suchreflex gehören zu den wichtigsten Reflexen, die nach der Geburt maßgeblich über das richtige Saugen an der Brust entscheiden.

Schon in deinem Bauch konnte dein Baby am Finger saugen.

Ab dem vierten Monat im Mutterleib beginnt ein Training, das nach einigen Monaten auf der Welt seine Vollendung im Greifen von Gegenständen findet. Und im bewussten In-den-Mund-Stecken dieser Gegenstände – dafür sind motorische Koordination und Hand-Auge-Koordination nötig.

Das Training beginnt damit, dass die Fäustchen in den Mund wandern.

Das Baby steckt die Händchen in den Mund, um die Welt kennenzulernen; sein Körper ist interessant und wird immer weiter entdeckt.

Das sensomotorische Areal des Mundes im Gehirn ist neben dem der Hände und Füße das größte Areal des menschlichen Körpers. Mit seiner Hilfe erkundet der Mensch seine Umgebung.

Das Baby lernt die Welt kennen, die ihm am nächsten ist: zuerst die eigenen Hände, dann die Füßchen – und das Spielen mit dem eigenen Körper ist eine natürliche Entwicklungsphase.

Fäustlinge anzuziehen ist barbarisch. So nimmst du deinem Baby den Zugang zu dem, was vertraut und sicher ist, und schränkst sein Erkunden der Welt ein – und damit seine Entwicklungsmöglichkeiten.

Die Finger eines Neugeborenen wandern zufällig in den Mund. Das Baby lutscht am Daumen, am Zeigefinger oder sogar an zwei Fingern gleichzeitig. Mit der Zeit entdeckt es, dass das Saugen ihm ein angenehmes Gefühl verschafft. Mund und Zunge sind stark mit Nerven versorgt, und Saugen beruhigt und fördert die Gehirnentwicklung des Babys, indem es die Verbindungen zwischen den Zellen vermehrt.

Am Anfang landet alles im Mund, und das Baby beginnt zu saugen, weil es eine Reflexhandlung ist. Ob Brust, Finger, Zipfel der Windel oder Schnuller – es wird mit gleichem Eifer saugen. Mit Rücksicht auf die Entwicklung der Laktation sollte das Baby bis zu deren Stabilisierung um die 6. Woche keinen Schnuller bekommen.

Ein Grund, warum die Händchen in den Mund wandern, ist unter anderem das Bedürfnis, sich zu beruhigen. Das Saugen am Fäustchen dient der Regulierung der eigenen Gefühle. Saugen setzt Endorphine frei, die schmerzlindernd wirken und die Stimmung heben. Als Elternteil sorgst du dafür, dass die Händchen sauber und die Nägel kurz geschnitten sind.

Nach und nach lernt das Baby das Innere seines Mundes kennen: Zuerst wird die Hand von außen abgeleckt, dann wandern nacheinander die Finger in den Mund und schließlich die ganze Hand. Das Innere des Mundes wird allmählich desensibilisiert. Anfangs löst ein Finger im Mund den Würgereflex aus, doch nach und nach zieht sich die Zone des Würgereflexes bis zum Rachen zurück – wie bei Erwachsenen.

Wenn das Baby keine Gelegenheit hat, das Innere seines Mundes zu erkunden, können später Löffel, Zahnbürste oder Essensstückchen den Würgereflex auslösen.

Wenn die Hand in den Mund wandert, heißt das nicht, dass das Baby sofort ein Eingreifen der Eltern braucht. Warte geduldig und beobachte: Ruft dich dein Kleines? Will es essen? Beunruhigt es etwas? Hat es Schmerzen? Oder ist es nur das Spielen mit dem eigenen Körper?